Dicht an dicht gepackt hatte sie mit vielen Brüdern und Schwestern in ein buntes Stück Papier gewickelt ihre Jugend verbracht. So hatten sie alle in einer dunklen, kühlen Stahlkammer ihr Leben begonnen, doch war es ihr Schicksal in die Welt hinaus zu wandern und nirgendwo lange sesshaft zu werden.
Eines Tages war es dann auch für sie so weit, jemand brach das Papier der Rolle auf und damit brach auch die kleine Münze in die weite Welt auf. Ihre erste Station war in einer Kasse, in der sie allerdings nur kurz mit den anderen Münzen ins Plaudern geriet, bevor man sie in eine weiche Lederbörse steckte. Dort fühlte sie sich mit ihren Geschwistern sehr wohl und wartete bei jedem Sonnenstrahl darauf, ihre Reise zu einem neuen Ziel anzutreten.
So landete sie eines besonders sonnigen Tages in einer kleinen, recht klebrigen, warmen Hand, die sie fest und liebevoll umschloss und eine Weile wie einen kleinen Schatz mit sich trug. Diese steckte die kleine Münze dann in eine krümelige Hosentasche, aus der sie am Abend in den Bauch eines keramischen Schweines wanderte.
Hier lag sie wieder mit vielen ihrer Geschwister zusammen und endlich blieb auch genug Zeit, miteinander über die jeweiligen Reiseabenteuer zu sprechen. So lernte die kleine Münze, dass es noch so viel andere Orte gab, an denen sie einmal landen könnte und auch, dass ein Sparschwein, wie ihr neues Heim genannt wurde, immer eine längere Pause auf ihrem Weg bedeutete. Aber sicher blieb auf jeden Fall, dass sie irgendwann wieder auf Reisen gehen würde und darauf freute sie sich schon sehr.