Sie trafen sich auf einer kleinen Lichtung im Wald. Ein kreisrunder
Platz, nur mit niedrigem Gras und Moos bewachsen. Sanft fiel das
Mondlicht auf das satte Grün des weichen Bodens. Nur das düstere
Dickicht der umstehenden Bäume konnte auch der Mond nicht erhellen.
Als sie die Lichtung unter dem wolkenlosen Sternenhimmel betraten,
verstummte das leise Rascheln der Blätter. Aus dem Wald traten andere
wie sie. Frauen jeden Alters, doch alle mit dem unwiderstehlichen Drang
diesen Platz aufzusuchen. Wortlos bildeten sie einen Kreis.
Nyra schloss die Augen und es war als ob die Stille zu ihr spräche.
UngehörteWorte, die sich in ihrem Kopf formten. Wie in Trance sprach sie
die Worte mit. Erst still, nur mit den Lippen, dann immer lauter. Und
ihre Schwestern taten es ihr gleich...
"Wir sind die Töchter der Nacht, die Kinder des Mondes, nur er gibt uns Kraft."
Wie ein magsiches Mantra wiederholten sich die Worte immer wieder. Nyra
fühlte sich eins mit den anderen, fühlte sich in die Luft gehoben,
leicht und zugleich völlig geborgen und sicher. Sie war Teil eines
Ganzen. Eine Erkenntnis, die sie zutiefst erschütterte und gleichzeitg
unendlich glücklich machte.
Sie spürte das feuchte warme Gras unter ihren Füßen, öffnete die Augen
und sah, dass die Bäume am Rande der Lichtung mit Ihren Stämmen und
Ästen Säulen und Bögen bildeten, eine Kathedrale aus Holz und Laub.
Ihre Schwestern richteten ihre erstaunten Blicke genauso zum Himmel, wie
Nyra es tat. Ein sanfter, warmer Strahl reinen Mondlichtes erhellte den
Tempel und ließ ihre Gesichter aufleuchten. Nyra fühlte eine neue,
unbekannte Kraft in sich und begriff, was es bedeutete, eine Tochter der
Nacht zu sein.
Sie würde nie wieder schutz- und hilflos sein!
Ich lade euch ein, in meinen Geschichten zu lesen. Kurzgeschichten, Fantasy, Märchen, Gedichte... ein kleines Sammelsorium aus Fragmenten und kleinen Szenen, Auszüge aus meinem Fantasyroman...
Posts mit dem Label Mantigoé werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mantigoé werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 15. Juli 2014
Das Buch von Mantigoé (Arbeitstitel: Neue Welt)
...aber
wirklich unbemerkt hatte er die Stadt doch nicht verlassen. Nur hätte
er in dem Rabenpaar, das seinem schaukelnden Wagen folgte, nicht die
Augen des Feindes erwartet.. Und er hätte auch nicht im Traum daran
gedacht, dass es die Tiere des Waldes waren, die seinen Weg durch den
Trauerforst überwachten. Doch waren die Raben die Boten des Bösen, so
waren die Tiere des Waldes die Armee des Guten. Solange sie ihn im Auge
behielten würde ihm nichts geschehen.
Der
Trauerforst hatte seinen Namen nicht von ungefähr. Er war einer der
dunkelsten und ursprünglichsten Wälder des Landes, voller Magie und
unheimlicher Wesen. So mancher Wanderer, der hier vom Weg abkam, kehrte
nie aus dem Wald ans Tageslicht zurück.
Maritt
fiel die Dunkelheit nicht weiter auf, denn in seinem Herzen war genug
Licht und Freude, das Buch aus der Stadt geschafft zu haben. Auf seinem
Weg zum roten Turm würde ihn nichts mehr aufhalten, da war er sich
sicher. Doch in Wahrheit lauerten tausend Augenpaare im Dunkel, die alle
die Anwesenheit der Magie spürten, die das Buch ausstrahlte. Eine große
Gefahr, wären nicht die Tiere des Waldes gewesen, die diese Wesen im
Zaum hielten. Vielleicht war es besser, dass Maritt nichts von der
Bedrohung hinter den dichten Bäumen wusste. So verlässlich er war, so
einfach war sein Gemüt und sein Aberglaube war groß.
Der rote Turm erhob sich am Horrizont bereits aus den Bäumen, sein Ziel vor Augen trieb er die Pferde an.
Kapitel 2
Und
es gab noch jemanden, der wusste, dass das Buch auf einer neuen Reise
war. Selbst mit dem besten Pferd wäre ein Reiter in frühestens 5 Tagen
an dem Ort angekommen, wo die Bewegung des Buches aus seiner sicheren
Umgebung heraus bemerkt worden war.
Und alles nur, weil ein Tropfen kostbaren Blutes in das Tintenfässchen getropft war, mit die alten Magier das Buch geschrieben hatten. Die Bindung war eng genug, um den Weg des Buches überall hin verfolgen zu können, ja selbst eng genug, um zu spüren, wer das Buch gerade in seinen Händen hielt, wessen Finger die Zeilen markierten, auf denen die Augen dessen ruhten, der in den alten Sprüchen zu lesen verstand.
Und was
Malina bisher vor ihrem geistigen Auge gesehen hatte, brachte sie nicht
aus der Ruhe. Das Buch war nicht mehr in Sicherheit, doch auch nicht in
Gefahr. Und in ihrem Alter regte man sich nicht mehr gleich auf, wenn
etwas nicht so lief, wie es vorhergesehen war. Zumal sie die einzige
zurückgebliebene war. Ein letzter Wächter zum Leben in einem Versteck
verdammt, da die Menschen sie töten würden.
Warum sich meine Geschichten vrselbständigen...
Ich habe ein großes Problem bei meinen Geschichten. Immer wenn ich eine
neue Figur erschaffe - und sei es auch nur eine Randfigur - dann habe
ich dazu nicht nur das Aussehen im Kopf, sondern den passenden
Charakter, ein Verhaltensmuster... meist sogar eine ganze Geschichte...
einen Lebenslauf.
So geht es mir gerade wieder mit meiner Geschichte über das Buch von Mantigoé. Da habe ich einen neuen Charakter eingebaut. Und prompt hat sich das ganze verselbständigt und ich habe statt der Fortsetzung zu der Ursprungsgeschichte eine eigenständige Geschichte zu der Person und ihrer Verstrickung mit dem magischen Buch angefangen... und leider ist das alles viel zu groß, um "nur" ein Kapitel des Ursprungstextes zu werden, es ist tatsächlich eine eigene Geschichte...
Ich bin nur froh, dass nicht nur mir so etwas passiert. Im Grunde genommen ist es bei mir so, als würde ich an meinem "Der Hobbit" arbeiten, obwohl es doch ein Teil von "Der Herr der Ringe" sein sollte. Ich habe also neben der Geschichte, die ich eigentlich begonnen habe, eine Art Vorgeschichte geschrieben. Leider bedeutet das aber auch, dass ich mit meiner Hauptgeschichte nicht wirklich weiterkommen werde in nächster Zeit. Viel schlimmer noch... es sind in dieser Vorgeschichte neue Figuren aufgetaucht, von denen einige wieder eine eigene Geschichte zu erzählen hätten.
Aber kann man seiner Kreativität denn Zügel anlegen? Hört man nicht auf, kreativ zu sein, wenn man diese Nebengeschichten einfach weglässt??? Ich hab nämlich versucht, das zu tun... diese Figuren zu benutzen, ohne mich näher mit ihnen zu beschäftigen... es funktioniert nicht. Es liest sich einfach falsch... man glaubt die Handlung nicht mehr, alles wirkt kalt, gestellt und unglaubwürdig... die Figuren sind auf einmal in ihrer Handlungsweise nicht mehr stimmig.
Ich zeichne zu jedem Ort in meinen Büchern Skizzen, baue die Häuser, Plätze, Landschaften, virtuell oder aus Pappe... Ich brauche das, um mich zu vergewissern, dass etwas, was ich schreibe auch tatsächlich so funktionieren würde. Es gibt das Torhaus aus der Geschichte von Mantigoé, es gibt den roten Turm, es gibt den stillen Waldtempel... all das habe ich schon gebaut und beschrieben...
So geht es mir gerade wieder mit meiner Geschichte über das Buch von Mantigoé. Da habe ich einen neuen Charakter eingebaut. Und prompt hat sich das ganze verselbständigt und ich habe statt der Fortsetzung zu der Ursprungsgeschichte eine eigenständige Geschichte zu der Person und ihrer Verstrickung mit dem magischen Buch angefangen... und leider ist das alles viel zu groß, um "nur" ein Kapitel des Ursprungstextes zu werden, es ist tatsächlich eine eigene Geschichte...
Ich bin nur froh, dass nicht nur mir so etwas passiert. Im Grunde genommen ist es bei mir so, als würde ich an meinem "Der Hobbit" arbeiten, obwohl es doch ein Teil von "Der Herr der Ringe" sein sollte. Ich habe also neben der Geschichte, die ich eigentlich begonnen habe, eine Art Vorgeschichte geschrieben. Leider bedeutet das aber auch, dass ich mit meiner Hauptgeschichte nicht wirklich weiterkommen werde in nächster Zeit. Viel schlimmer noch... es sind in dieser Vorgeschichte neue Figuren aufgetaucht, von denen einige wieder eine eigene Geschichte zu erzählen hätten.
Aber kann man seiner Kreativität denn Zügel anlegen? Hört man nicht auf, kreativ zu sein, wenn man diese Nebengeschichten einfach weglässt??? Ich hab nämlich versucht, das zu tun... diese Figuren zu benutzen, ohne mich näher mit ihnen zu beschäftigen... es funktioniert nicht. Es liest sich einfach falsch... man glaubt die Handlung nicht mehr, alles wirkt kalt, gestellt und unglaubwürdig... die Figuren sind auf einmal in ihrer Handlungsweise nicht mehr stimmig.
Ich zeichne zu jedem Ort in meinen Büchern Skizzen, baue die Häuser, Plätze, Landschaften, virtuell oder aus Pappe... Ich brauche das, um mich zu vergewissern, dass etwas, was ich schreibe auch tatsächlich so funktionieren würde. Es gibt das Torhaus aus der Geschichte von Mantigoé, es gibt den roten Turm, es gibt den stillen Waldtempel... all das habe ich schon gebaut und beschrieben...
Das Buch von Mantigoé (Arbeitstitel: Neue Welt)
Prolog
Zitternd stand
er am Abgrund. Seine Augen starr auf den Horizont gerichtet, damit er
die Tiefe vor sich nicht sah. Ein eisiger Wind blies ihm ins Gesicht,
doch er war so von seinen Gedanken gefesselt, dass er nicht einmal mehr
fror. Er stand an der Schwelle einer neuen Welt, an einem Übergang, den
er nur wagen musste. Nur ein Schritt weiter. Und dann? Was erwartete ihn
auf der anderen Seite? Würde dort sein Schicksal auf ihn warten?
So war es ihm schließlich prophezeit worden.
Sein Brustkorb
hob und senkte sich mit jedem Atemzug. Tief. Kalt. Erfrischend. Dann
schloss er die Augen und verbannte alle Gedanken an die Welt die er
hinter sich lassen würde. Er sprang.
Kapitel 1: Das Buch von Mantigoé
Wann immer sich
Maritt an den Gegenstand erinnerte, der unter dem doppelten Boden seines
Fuhrwerkes versteckt war, sah er seinen Hals schon in der Schlinge
stecken. Bücher waren verboten. Und dieses Buch hatte die Kraft, die
ganze Welt, die er kannte, in einen Abgrund zu stürzen, wenn es in
falsche Hände geriet. Sollte man ihn damit erwischen, war das sein
Todesurteil und das der meisten anderen vom Volk der Perawor.
Er hatte das
Stadttor schon fast erreicht. Normalerweise wurden die Bauern auf dem
Weg zurück in ihre Dörfer nicht sonderlich gut kontrolliert, doch bei
seinem Glück würde er an einen besonders gründlichen Wachposten geraten.
Maritt wurde nervös, und er wusste, dass es genau das war, was die
Wache erst auf ihn aufmerksam machen könnte. Er bemühte sich, nicht an
das Buch zu denken, doch es kam ihm so vor, als würde nicht der schmale
ledergebundene Band aus der Feder der alten Magier im Geheimfach hinter
seinem Rücken liegen, sondern das Tor zur Hölle. Er meinte sogar, die
Hitze der Schwefelfeuer zu spüren und begann zu allem Unheil auch noch
zu schwitzen.
Und tatsächlich
stellte sich ihm einer der bewaffneten Wächter in den Weg. Sofort hielt
Maritt sein Pferd an und betete inständig, dass sie nicht auch noch
seinen Wagen durchsuchen würden.
„Was habt ihr auf dem Wagen, Bauer?“
„Nichts. Nur die Reste vom Gemüse für den Markt.“
„Nicht alles verkauft?“
„Nein.“
„Lasst mal sehen!“
Noch
bevor Maritt etwas dagegen tun konnte, hatte der Soldat mit seinem
Speer die Plane angehoben und begutachtete, was auf der Ladefläche zu
finden war. In diesem Moment war er dem pedantischen Sortas dankbar
dafür, dass er darauf bestanden hatte, die Tarnung so perfekt wie
möglich zu gestalten.
„Den Kohl nehm ich für die Turmküche, Bauer.“
„Nehmt nur, nehmt! Was soll ich denn mit soviel Kohl alleine anfangen.“
Er
sah zu, wie drei der leicht angeschlagenen Kohlköpfe durch die Luft
flogen und war erleichtert, als er danach durch das Tor gewunken wurde.
Froh die Stadt endlich hinter sich lassen zu können, pfiff er ein
Liedchen vor sich hin. Seine Tarnung als Bauer war gut genug gewesen,
die Torwache zu täuschen, aber... [Fortsetzung folgt]
Abonnieren
Posts (Atom)